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Kaymers Traum vom zweiten Titel
Golfprofi Rose vor zweitem Sieg auf US-Tour
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Kronprinz Mickelson sägt am Thron von Tiger Woods

Pebble Beach (dpa) - Kronprinz Phil Mickelson lauert in den Startlöchern und rüttelt bei den 110. US Open am Thron von Golfkönig Tiger Woods. Mickelson will einen Tag nach seinem 40. Geburtstag vor seiner Haustür in Pebble Beach endlich den Branchenriesen beim zweiten Major des Jahres an der Spitze ablösen.

Die deutschen Profis Martin Kaymer und Alexander Cejka stehen bislang nur im Schatten des ewigen Duells der Rivalen um Platz 1 in der Golf-Weltrangliste.

Die ersten Trainingsrunden auf dem spektakulären «Monster»-Kurs am Pazifik hat Mickelson hinter sich. Und er ist zuversichtlich: «Jeder Golfprofi möchte irgendwann die Nummer eins werden. Es ist eigentlich egal, wann es passiert. Aber warum nicht jetzt», fragt sich der Kalifornier nach den ersten Schlägen. Der Par-71-Platz zählt zu den schwierigsten Golfkursen der Welt. Mickelson kennt jeden Grashalm - Tiger Woods allerdings auch.

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Der Ausnahme-Golfer Woods setzte 2000 mit dem Rekordsieg von 15 Schlägen Vorsprung dort Maßstäbe, brach sämtliche Rekorde und hat im Gegensatz zu seinem bei den US Open erfolglosen Dauerrivalen den Grand-Slam-Wettbewerb bereits dreimal (2000, 2002, 2008) gewonnen. Aber noch nie war Linkshänder Mickelson, der bisher fünfmal US-Open- Zweiter wurde, so nah dran am Spitzenplatz wie vor der Auftaktrunde. Woods Sturz, der seit seinem Autounfall und den folgenden Skandalen im November immer mehr durchgereicht wird, könnte kurz bevor stehen.

Das Szenario ist simpel: Mickelson reicht ein zweiter Platz, wenn Woods nicht unter die Top vier kommt. Landet Woods noch abgeschlagener auf Platz 18 oder noch weiter hinten, genügt dem Linkshänder sogar Platz drei, um zum ersten Mal in seiner 18-jährigen Profi-Karriere Weltranglisten-Ersten zu werden.

Der Tiger, der nur langsam zu seiner Form findet, lässt sich davon nicht einschüchtern. «Hier kommt es darauf an, die Bälle präzise zu spielen, die Bälle perfekt zu platzieren. Jeden Tag komme ich meinem Ideal einen Schritt wieder näher», hielt Woods nach drei Trainingsrunden dagegen. «Eigentlich ist es ganz einfach, wenn man die längsten Abschläge, die engsten Fairways, die schmalsten Grüns und das tiefste Rough auf der Tour beherrscht. Geduld ist die Devise», fügt er leicht ironisch hinzu.

Und es ist nicht nur Mickelsen, der am Stuhl des Golfkönigs sägt. Auch der hoch gewettete Vorwochen-Sieger Lee Westwood ist derzeit nicht zu stoppen. Der Engländer könnte als Ranglisten-Dritter mit einem Sieg Mickelson überholen.

Die Deutschen haben indes ihre eigenen Ziele. «Ich will ins Ryder- Cup-Team und noch einen Sieg in dieser Saison», sagt der 25-jährige Kaymer aus Mettman. Die beste Major-Platzierung des Weltranglisten- 12. ist bisher Rang 34 bei der British Open 2009. Der 39 Jahre alte Münchner Cejka hofft indes nach sechsjähriger Abstinenz bei einem der vier Major, «die Halbzeit-Qualifikation am Freitag zu überstehen».

Woods kämpft nun von Donnerstag auf dem Platz im kalifornischen Pebble Beach gegen seine Rivalen. Dass er derzeit auch gegen die größte Lebenskrise in seiner Karriere kämpfen muss, macht es nicht leichter. Die Scheidungsgerüchte von Gattin Elin, die Trainertrennung vom «Schwungguru» Hank Haney, gesundheitliche Rückschläge und die sportliche Talfahrt haben den Tiger ins Stolpern gebracht.

Westwood Sieger im Stechen - Cejka 67.

Memphis (dpa) - Der englische Golfprofi Lee Westwood hat die Generalprobe für die US Open gewonnen und bei der St. Jude Classic in Memphis/Tennessee seinen zweiten Sieg seit 1998 auf der US-PGA-Tour gefeiert.

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Alexander Cejka dagegen fiel nach einer 78er Schlussrunde auf dem Par 70-Kurs auf den 67. Rang zurück. Wie der in Memphis pausierende Martin Kaymer wird Cejka beim zweiten Major des Jahres in Pebble Beach abschlagen und danach sein diesjähriges Europa-Debüt bei der International Open in München geben. Dort will Vorjahressieger Kaymer seinen Titel verteidigen.

Der Weltranglisten-Dritte Westwood bewies in Abwesenheit der Branchenführer Tiger Woods und Phil Mickelson seine Extra-Klasse: Im Stechen am vierten Extra-Loch setzte sich der Brite gegen den Schweden Robert Karlsson mit einem Birdie im «sudden death» durch. Damit beendet der 37-Jährige eine Durststrecke von 12 Jahren ohne Titel auf der US-Tour und sicherte sich den Siegerscheck von 1,008 Millionen Dollar.

Nach vier Runden hatten Westwood, Karlsson und der US-Profi Robert Garrigus mit je 270 Schlägen gleichauf gelegen. Dabei lag Garrigus am vorletzten Loch der Finalrunde noch mit drei Schlägen vorn. Am 18. Grün aber verlor der 32-Jährige die Nerven und schied gleich am ersten Extra-Loch im Stechen nach einem katastrophalen Abschlag aus.

Cejka mit Hole-in-One in Memphis

Alexander Cejka ist mit einem Hole-in-One der spektakulärste Schlag der dritten Runde bei der St. Jude Classic in Memphis gelungen. Mit 211 Schlägen (68+73+70) lag der 39 Jahre alte Cejka am Samstag aber hinter Spitzenreiter Robert Garrigus (199/USA) aussichtslos auf dem geteilten 57. Rang.

Dem gebürtige Tschechen war der Kunstschlag mit einem Eisen Sieben am vierten Grün gelungen. Über rund 160 Meter flog der Ball nach dem Abschlag aufs Grün an dem Par 3 und kullerte direkt ins Loch. Zuvor hatte Cejka allerdings schon mit zwei seiner vier Bogeys auf der Runde eine bessere Platzierung vor dem Finale verspielt.

Auf Platz zwei schob sich der Schwede Robert Karlsson (201) vor den Engländer Lee Westwood und den Amerikaner Heath Slocum (beide je 202). Der Sieger bei der 5,6 Millionen Dollar dotierten Generalprobe für die US Open in der kommenden Woche im kalifornischen Pebble Beach erhält 1,008 Millionen Dollar.

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